Eine Wolke besteht aus folgenden Substanzen: Farbe, Musik, Geruch, Schlaf und Wasser. Manchmal regnet es etwas anderes als Wasser, was aber nur wenige Menschen bemerken. (Yoko Ono)

30.10.2010

Die wunderbare Entdeckung der Freiheit

Mir war gestern abend langweilig und das ist das Ergebnis:

Der Betonbau. Siebter Stock. Den Gang runter, rechts an der Plastikpalme vorbei in einer kleinen Bürozelle saß eine arme, einsame Seele. Warum diese Seele so einsam war? Nun, das wusste sie selber nicht so genau. Alles was sie noch wusste, war, dass sie einsam war, oder eher müde. Müde von dem eintönigem Bürojob im Betonbau, siebter Stock, den Gang runter, rechts an der Plastikpalme vorbei in der kleinen Bürozelle, müde vom Aldi-Brot für 0,53€, müde von der bekloppten Morningshow im Radio, die nun mindestens zum dritten Mal mit einer Euphorie, die Ihresgleichen sucht, die „Black Eyed Peas“ spielt, müde vom Bausparvertrag ,müde von der lauwarmen Beziehung zu einem lauwarmen Ehemann. Müde vom Leben.
Wie war es nur so weit gekommen? War die kleine Seele nicht voller Hoffnungen und Träume, von fernen Ländern, der sozialistischen Revolution und der großen Liebe?
Wann sind diese Träume dem Geburtstag der Schwägerin, den Sonderangeboten bei Tschibo und der nächsten Folge DSDS gewichen? Mühselige Fragen, die immer dann aufkamen, wenn die Arbeit zu eintönig wurde, um alles andere zu verdrängen.
Im Grunde genommen hatte die Seele im Laufe der Jahre, wie so viele andere auch, dem Mahlstrom des Alltags kleinbeigegeben, sich der Herde angepasst und ist schließlich ermattet. Sie nahm noch einen Schuck gekochte Pisse, die wohl so etwas wie Kaffee darstellen sollte. Nein, garantiert kein Kaffee, eher Pisse. Die Seele merkte auf einmal, wie sie diese Stadt hasste. Mit all ihren Straßen, U-Bahnen, die immer nach Bier stanken und Betonbauten. Den Alltag in dieser Stadt, der Wecker klingelt, aufgestanden, angezogen, schnell am Bahnhof ein Brötchen und eine Zeitung gekauft, in den Betonbau, in den siebten Stock, den Gang runter, rechts an der Plastikpalme vorbei in die kleine Bürozelle gesetzt und da den Tag mit uninteressanten Leuten verbracht. Am Abend schnell einkaufen gegangen, kochen, putzen, RTL. Aber dieser Tag war nicht wie jeder andere Tag, an dem die kleine Seele in ein Haus zurückkehren würde, das hoffentlich bald abbezahlt ist, zu ihrem spießigem Ehemann, der einst auch die Welt verändern wollte, heute allerdings nur noch die Spielergebnisse von Schalke. Nein heute war irgendetwas anders. Was es war? Wer weiß? Vielleicht, der Kaffee, der keiner ist, die Black Eyed Peas, die U-Bahnfahrt oder alles zusammen. Heute beschloss die Seele etwas zu unternehmen, egal was. Die Seele ging also zum Hauptbahnhof, denn so viele große Veränderungen fangen am Hauptbahnhof an und nahm sich spontan ein Ticket für den ersten Zug, den sie kriegen konnte, egal wohin. Das Zugfahren war so aufregend wie es keine durchzechte Kneipentour geschafft hätte. Die Landschaft, die vorbeizog, veränderte sich stetig. Es waren Felder zu sehen und Bäume und weite Wiesen. Ein Farbenspiel aus grün, blau, rot und gelb zog an ihr vorbei. Die Welt zeigte sich wie immer in ihrer ganzen Pracht und es war ihr ziemlich egal, wer sie anschaute und wer sie würdigte. Denn die Welt ist frei, die Welt will nicht beeindrucken. Wie lange die Seele in der Bahn saß und der Landschaft zuguckte, weiß niemand mehr so genau. Es war eine Ewigkeit, die in ein paar Sekunden gepresst wurde. Aber schließlich wusste die Seele, wo es sie hinzog. Zum Meer. Jetzt im Herbst war es am schönsten. Das dachte sie auf jeden Fall als sie aus dem Zug stieg und durch einen kleinen Touristenort flanierte, der jetzt wegen dem schlechten Wetter, das sich zusammenbraute, wie leergefegt war. Umso besser. Wer wollte schon am Strand sein, wenn er voll war mit Menschen, die viel Lärm machten und alles blockierten? Die Seele erreichte eine Promenade und stieg hinunter zum Strand. Es war windig. Die Luft pustete mit einer ungeheuren, wilden Kraft um sie. Sie wirbelte alles auf, Sand, Wellen, Gedanken. Ein wahrer König ohne Land war er, der Wind. Aber auch die Wellen waren mächtig und präsentierten in riesigen Wogen ihre Kraft. Gespeist wurden sie vom Regen, der wie ein Hammer auf alles herunter prasste und kein Mitleid und Erbarmen kannte. Alles um die Seele herum war wild und frei. Sie war wild und frei. Und auf einmal musste sie lachen. Denn was brauchte ein Mensch aus einem Betonbau, siebter Stock, den Gang runter, rechts an der Plastikpalme vorbei in einer kleinen Bürozelle schon mehr zum glücklich sein als die Freiheit?

Hope you like it
Wolkenkind

28.10.2010

Trust me, I am the Doctor.

Hallo meine Lieben,
ein neuer Tag, ein neuer Post. Diesmal geht es wieder um Musik. Genauer gesagt um den Soundtrack zu der englischen Sci Fi Serie Doctor Who. Ich weiß, Sci-Fi ist nicht jedermanns Sache, meine eigentlich auch nicht, aber Doctor Who ist eine ganz große Ausnahme. Eine sehr schöne Serie und sehr populär in England.
Aber eigentlich will ich nur über den herrausragenden Soundtrack reden. Er stammt aus der Feder von Murray Gold. Hier ist schon mal ein Beispel seiner Musik:

http://www.youtube.com/watch?v=iUMEzUMcu64

Dieser Song ist einerseits fast minimalistisch, andererseits hat er diskrete, aber sehr interessante Veränderungen. Zum Beispiel wechselt der Song ganz plötzlich von einem 8/8 in einen 7/8 Takt, das heißt, dass der gesamte Takt des Liedes sich auf einmal ändert, ohne dass man es sofort mitbekommen würde, obwohl man irgendwo eine Spannungsänderung mitbekommt, die man ohne eine nähere Analyse vielleicht nicht zuordnen kann. Ein weiteres nettes Beispiel ist dieses Lied:

http://www.youtube.com/watch?v=ACz-gFib8zo

Es ist eher ruhiger und nicht so pompös wie der erste Song, was die Vielfalt des Soundtracks unterstreicht. Ich kann ihn auf jeden Fall jedem empfehlen, auch ohne die Sendung zu kennen, obwohl die natürlich auch gut ist.^^

So, seid artig, esst euer Gemüse und helft älteren Menschen über die Straße
Euer Wolkenkind

26.10.2010

Go Vegan

Hallo meine Lieben,
so ein Internetblog ist ja eine super Sache, um auf wichtige Punkte aufmerksam zu machen. Ich habe gerade einen tollen Kurzfilm der Peta über vegane Ernährung gesehen, den ich sehr informativ finde. Hier ist der Link zu dem Film: http://www.provegan.info/veganvideo.html

Ich selbst bin keine Veganerin, weil ich es einfach unglaublich anstregend finde, auf alle tierische Produkte zu verzichten. Jeden Fall bis jetzt. Vegetarierin bin ich allerding seit einem Jahr und ich muss sagen, dass diese Einstellung wirklich nicht schwer umzusetzen ist. Man kann sich tatsächlich gut und befriedigend vegetarisch ernähren, ohne dass man etwas vermissen würde. Eigentlich erweitert man seinen Speiseplan sogar, da man sich öfters Alternativen ausdenken muss, anstatt immer nur Fleisch zu essen.  Allerdings will ich in ein paar Tagen die Aktion starten, dass ich eine Woche mich vegan ernähre. Natürlich werde ich darüber bloggen.
Hier ist übrigens ein Bild, wie es aussieht, wenn Tiere in Massentierhaltung gehalten werden:

Ansonsten kann ich es nur jedem ans Herz legen, sich auch erst mal auszuprobieren. Man tut wirklich unglaublich viel Gutes für die Umwelt. Eine Idee wäre es, so eine Lebensweise erst einmal für eine Woche oder einen Monat anzutesten.
Dann sehen die Hühner vielleicht irgendwann wieder so aus:

Viel Spaß beim ausprobieren.
Euer Wolkenkind

25.10.2010

Edith Piaf.

Hallo meine Lieben,
dies ist mein erster Eintrag in meinem neuen Blog und irgendwie habe ich das Bedürfnis über etwas sehr Bedeutsames zu schreiben. Natürlich fällt mir dazu als aller erstes Musik ein. Seit ein paar Wochen höre ich nämlich nur noch Edith Piaf in einer Dauerschleife. Sie ist eine französische Chansonsängerin mit einer rauen, fast dreckigen Stimme, die einfach nur göttlich ist. Edith macht die Art von Musik, die einem sofort ins Herz geht. Sie singt zwar auf französisch und ich verstehe sie nur bedingt, aber wenn sie singt, hat man sofort das Gefühl, diese Frau kenne einen schon das ganze Leben. Besonders zu empfehlen sind die Songs: "Padam Padam" "non je ne regrette rien" und...eigentlich kann man alle empfehlen. Vor kurzem habe ich das Album mal wieder auf dem Nachhauseweg gehört. Es war nachts, schon dunkel, ich bin durch den Park gegangen und habe halt ihre Musik gehört und war einfach nur glücklich. Manchmal braucht man halt eben zum Glück nur die Erde unter mir, die Sterne über mir und die Musik in mir. Leider sind solche Momente viel zu selten. Solche, in denen man einfach ist und nicht versucht, irgendwas zu machen oder zu werden. Das ist glaube ich das Schöne an der Musik, dass sie uns so sein lässt, wie man ist, ohne dass man sich dafür schämen muss. Der Mensch kann nackt aufrecht im Sonnenlicht stehen. Kunst ist das größte Geschenk an uns selber und durch eben genannten Vorteil, die großartigste Erfindung der Menschheit. Aber naja, eigentlich wollte ich über Edith schreiben. Über sie gibt es nämlich auch einen Film "La vie en rose". Auch der ist sehr zu empfehlen, denn er beschreibt Ediths Leben auf eine sehr schöne Art und Weise. Wie jede Künstlerin, die ich verehre, hatte sie nämlich nichts ausgelassen. Also: Drogen, Sex, eine Kindheit erst im Bordell, dann auf der Straße und doch, oder vielleicht genau deswegen, ist sie diese großartige, kreative Frau geworden, die diese wunderschönen Lieder gesungen hat. Guckt ihn euch doch einfach selbst an, er ist wirklich überhaupt nicht langweilig und sehr gut gespielt. So, jetzt denke ich, habe ich genug in der Werbetrommel gerührt und hoffe, dass einige diesen Blog lesen und dass er vielleicht ein paar dazu inspiriert, Edith Piaf einfach mal auf youtube einzugeben. Es lohnt sich wirklich.
Gute Nacht und träumt schon meine Lieben