Eine Wolke besteht aus folgenden Substanzen: Farbe, Musik, Geruch, Schlaf und Wasser. Manchmal regnet es etwas anderes als Wasser, was aber nur wenige Menschen bemerken. (Yoko Ono)

28.12.2010

Hmmm

Es ist ja immer sehr interessant, wie man auf seine Außenwelt wirkt Naja, meistens eher deprimierend, nicht weil alle sooooo fies sind, sondern, da man meistens dann doch nicht hört, was man hören will. Naja, jetzt zu meiner mehr oder weniger intressanten Anekdote. Ich war also mit einer Freundin in einer Buchhandlung, wo sie ein schreklich kitschig, melodramatisches Buch in der Hand hielt. So charmant, wie ich doch immer bin, hab ich ihr das auch sofort gesagt. Der Kommentar: "Ach ja, du hast ja eh was gegen Depressive..." Was sie nicht wirklich ernst gemeint hat,  bei mir aber eine Cartoon-like "WHAT?!"-Reaktion ausgelöst hat. Zuallererst möchte ich natürlich sagen, dass ich nichts gegen depressive Menschen habe. Das ist eine schlimme Krankheit und ich wünsche sie niemandem. Allerdings kann man in der letzten Zeit einen merkwürdigen Trend beobachten, in dem das übertriebende Leiden ästhetisiert wird. Na gut, vielleicht ist das nicht wirklich neu, aber es ist mir noch nicht so lange aufgefallen. Na klar, Leid ist wichtig darzustellen in der Kunst. Ist ja schließlich auch ein großer Teil der menschlichen Psyche und dank Stephanie Meyer wissen wir auch, wie ein "Kunstwerk", das versucht jeglicher Art von Konflikt aus dem Weg zu gehen, aussieht. Aber diese Glorifizierung. Man muss sich nur solche Vampir-Verschnitt-Poster angucken, die man in jeder Merchandisingabteilung findet,oder einen Songtext von Simple Plan anhören, die sich so in ihrem Leid suhlen, dass einem schlecht wird. Es gibt auch wirklich gute Musik, die "menschliche Abgründe" (Hach, der gute, alte Pathos) darstellt. Mein persönlicher Tipp "Hurt" von Nine Inch Nails oder Johnny Cash oder so ziemlich alles von Radiohead. Doch ich glaube, Leid kann so eine Sache sein, in die man sich total reinsteigert kann, bis alle einen hassen und die Welt eh scheiße ist und man sich eigentlich gar nicht weiter anstrengen muss. Das ist schade. Es ist natürlich immer ein Kraftakt wieder aufzustehen, aber wieviel erlebt man schon, wenn man auf dem Boden liegt und ober war die Luft war oben eh immer besser. Natürlich muss man, wie Eingangs schon erwähnt, immer einen Unterschied zu Leuten machen, die tatsächlich krank sind und z.B. wahnsinnige Angst haben, ihre Waschmaschiene anzustellen. Nun ja, dies war man wieder einer von vielen halbgaren Gedanken, die ich so gerne meinen Mitmenschen aufdrücke. Ich hoffe, man sieht mir nach.
Das Wolkenkind.

27.12.2010

Frohe Weihnachten...

...falls man das nachträglich sagen darf. Ach egal.
Nun ja, wie man sich denken kann, habe ich in der letzten Zeit den Geburtstag von Jesus Christus gebührlich gefeiert und bin nicht wirklich zum Bloggen gekommen. Das hier wird auch kein langer Post...eher so eine Art Lebenszeichen, bevor es zur nächsten Weihnachtsfeier geht. Ich hoffe, ihr hattet eine genauso entspannte Weihnachtszeit wie ich. Das perfekte Rezept dazu ist ja ironischer Weise, dass man Weihnachten so lange man kann aus dem Weg gehen sollte. Sprich: überfüllten Einkaufszentren, Radio und Weihnachtsmärkte. In geringer Dosis sehr schön. Jetzt will ich euch aber nicht langweilen mit den Einzelheiten, wie ich Weihnachten gefeiert habe. Sowas ist immer sehr tückisch. Man glaubt ja kaum,wie sehr andere Leute von den lustigen Anekdoten vom Opa gelangweilt werden und dass nicht jeder so interessiert ist in meine Weihnachtsgeschenke wie ich selber, hab ich schon immer geahnt. Deshalb wünsche ich euch  allen, die sich diesen Schmu durchlesen, noch ein entspanntes Restjahr (den Teil mit dem Rutsch lass ich diesmal aus, ich hoffe man verzeiht mir, aber dieses Wort klingt einfach so eklig).
Liebste Grüße
Euer Wolkenkind.

02.12.2010

Namen

Ich weiß, ein unglaublich packender Posttitel *räusper*. Nein, im Ernst. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur mir so geht, aber ich persönlich fand ja schon immer, dass Namen etwas Skurriles sind. Ich meine, wäre ich denn die selbe, wenn ich anders heißen würde. Schließlich ist mein Name schon irgendwo ein großer Teil meiner Idendität. Ein Name soll ja so etwas wie eine Zusammenfassung einer Person sein. Wenn man mich rufen will, also an mich denkt und adressiert, sagt man ja nicht: "Ey, Mädchen mit Brille im braunen Pullover schwing mal deinen Arsch her." Sondern, nun ja, meinen Namen halt. Surprise! Nur ist das kein Buchtitel, den man am Ende der Geschichte vergibt. Sondern am Anfang der Geschichte bzw. des Lebens eines Menschen, während noch keine Zeile geschrieben wurde. Eine blanke, nackte Seite, wenn man so will. Und irgendwie prägt einen der eigene Name ja schon. Um so witziger, wenn man versucht sich das Wort einfach so anzuhören, ohne an sich selbst zu denken. Versucht es mal, sagt euren Namen und hört auf die einzelnen Silben, auf den Klang. Seltsam oder?Wieso soll gerade dieses Wort mein Ich beschreiben. Irgendwie ist so ein Name, einzwängend. Viel zu kurz und nichts sagend. Ich sollte es mal wie die Ents aus Herr der Ringe versuchen. Deren Name ist praktisch ihre gesamte Lebensgeschichte (und Ents leben seeeehr lange), die sie ihren Freunden versingen. Sehr romantisch. Gehört dann aber doch zu den Dingen, die ein wenig zu umständlich im Alltag sind und deshalb verworfen werden. Jaja, wie langweilig ich doch mal wieder bin...Ganz auf einen Namen würde ich dann aber auch nicht verzichten. Nennt es Feigheit, aber irgendwie wäre es, als wenn ein Stück Haut abgeschnitten würde und nun ja fehlt. Man gewöhnt sich an seine Krücken. Sie bleiben trotzdem ein denk- und schwafelwürdiges Thema.
Und zu allerletzt noch einen coolen Tipp für den Winter: Wenn es schneit, einfach die Schuhe ausziehen und barfuß im Schnee tanzen. Das ist das Glück (ganz egal, was euer Arzt sagt.)
Liebe Grüße
         Das Wolkenkind

23.11.2010

Freiheit, olé!

Ja meine Lieben,
mal wieder ein Post von mir. Kennt ihr das, wenn ihr über irgendein Thema diskutiert und irgendwie fallen einem während der Diskussion nur doofe Argumente ein. Ein paar Stunden später fällt einem dann auf, dass es um dein Lieblingsthema geht, von dem du ein gründliches Konzept erarbeitet hast und super Monster-Totschlag-Argumente hast. Ja, ja, sowas macht einen fertig. Und das ist auch der Grund, warum ich meine Leserschaft jetzt mit meiner Theorie über die Freiheit des Menschen belästige/erleuchte/what ever. Also, um zu meiner heutigen Situation zurückzukehren: Wir haben über die menschliche Psyche geredet und es wurde allgemein von einem deterministischem Menschenbild geredet. Also, kurz und fast schon kriminell verkürzt: Wir sind das Ergebnis unserer Gene und Einflüsse von Außerhalb. Gut, klingt irgendwie logisch, steht nur im Gegenzug zu was ich glaube. Natürlich hat unser Umfeld, unsere Gene, unsere Erziehung und vieles mehr einen großen Einfluss auf unser Denken, aber es existieren auch noch Logik und Fantasie. Logik ist universell. 1+1=2. Punkt. Die Vorstellung von Schönheit würde z.B. variieren zwischen einem Menschen aus Deutschland und einem aus Korea, die Vorstellung von 1+1 nicht. Denn Logik lässt nur eine einzige mögliche Antwort zu. Meine Erziehung, oder meine Freunde könnten nie meine Logik beeinflussen. Höchstens die Art und Weise, wie ich sie benutze. Doch das Hauptargument liegt auf der Kreativität. Kommt von creare= erschaffen. Und diese würde ein rein deterministisches Weltbild ausschließen. Nehmen wir das "Schwarze Quadrat" von Malewitsch. (Hier ist es:)
Okay,  ehrlich gesagt hätte ich auch gedacht, dass die ultimative Form der menschlichen Kreativität k.a. ein abgefahrenes Hieronymus Bosch Gemälde o.ä. wäre, aber nachdem man nachgedacht hat, fällt einem folgendes auf: Wie jeder Künstler und die meisten nicht Künstler wissen, existiert in der Natur nichts gerades oder symetrisches. Es gibt in der Natur kein Quadrat! Wären wir also Summe äußerlicher Einflüsse, könnten wir uns nichts Symetrisches wie ein Quadrat vorstellen, da wir ein Vorbild in der Natur bräuchten. Dies gibt es nicht. Das Quadrat entspringt allein der Menschlichen Kreativität. Wir haben es "erschaffen", wenn man an "creare" zurückdenkt. Genauso schwarz. Wie wir alle wissen ist Licht weiß und wird erst farbig, wenn es bricht. Schwarz ist also die Abwesenheit von Licht. Etwas, das wir in der Natur nicht finden, denn ein Bisschen Licht scheint immer und was uns schwarz erscheint ist oft dunkelbraun oder dunkelblau. Die Farbe schwarz wird es auf der Erde nicht geben, da sie von der Sonne bestrahlt wird. Schwarz können wir also nicht durch Naturbeobachtung kennengelernt haben, sondern, hurrah, selbst erschaffen. Das heißt: In dem Moment, in dem wir etwas autonom von der Natur erschaffen können, sind wir frei. Bleibt mir nur noch zu sagen: Danke Malewitsch für dein großartiges Bild.
Feiert schön euer Leben, Leute, denn ihr seid frei.
Euer Wolkenkind.

15.11.2010

Die Reise


Die Reise
Hier beginnt meine Reise mit dem fliegenden Teppich. In meinem Garten, zwischen Hollywoodschaukel und Blumenbeet. Ich sage niemandem Tschüss, denn ich komme ja schon bald wieder zurück, ungefähr zur AbendbrotZeit.
 Als erstes möchte ich nach England fliegen, da war ich noch nie. Die Seeluft schneidet mir ein Bisschen ins Gesicht, während ich über den Ärmelkanal fliege, aber was macht das denn schon, wenn man weiß, dass man am Leben ist.
Als erstes fliege ich zum Buckingham Palast und spucke der Queen in den Tee.
Das war vielleicht nicht gerade höflich, aber die Versuchung war zu groß.
 Allgemein ist der Versuchung irgendwo runter zu spucken sehr groß, wenn man ganz weit oben fliegt.  Ich sause durch die Straßen Londons und bringe so manchen Großstädter zum staunen, nur die Palastwache behält ihre steinerne Miene. 
Wer stellt denn jemanden ein, der nicht einmal staunen kann, wenn ein fliegender Teppich an ihm vorbeidüst? Komischer Volk, die Engländer.
 Jetzt muss ich aber noch unbedingt nach Escot, die Pferde beim Rennen überholen und den Damen in der Tribüne den Hut klauen. Einer ist besonders lustig, er ist knallpink und hat die Form eines Pferdes. Den behalte ich, gebe der Dame dafür aber Geld, schließlich bin ich kein Dieb. Nur ein Reisender mit Teppich und Hut.
So schick herausgeputzt muss ich natürlich noch einen Abstecher in Paris machen. Ich sehe schöne, alte Straßen, über die so manches Gedicht geschrieben wurde. Leider fällt mir keines ein, zum Ersatz singe ich ein kleines Lied, das ich heute Morgen noch im Radio gehört habe.
 Es ist so einfach eine feierliche Stimmung zu erzeugen, wenn einem danach ist.
Natürlich möchte ich noch den Eifelturm besuchen, muss aber natürlich nicht anstehen, um ganz auf die Spitze zu kommen. Ein weiterer Vorteil des Fliegens. Was für ein Ausblick! Man kann das ganze Leben der Stadt beobachten.
 Die Autofahrer, die schnell nach Hause wollen, die Radfahrer, die alle ebenfalls ein Ziel haben.  Aber am interessantesten sind die Fußgänger. Man sieht Geschäftsmänner mit Coffee to go, Familien, die sich streiten und Familien, die sich nicht streiten. Es gibt Leute, die schnell zum nächsten Bus rennen und dann noch Leute, die einfach durch die Stadt flanieren.
Liebespaare, alte Professoren, Stadtschönheiten und die einsamen Menschen, die es nicht an einem Ort hält. Ach, hätten sie doch auch alle einen Teppich!
Aber auch ich muss weiter, es gibt heute noch viel zu sehen. Als nächstes geht meine Reise nach Saudi Arabien, wo ich hoffe, andere Teppichflieger zu treffen.  Tatsächlich tue ich das auch. Zuerst tauschen wir uns aus, über unsere Abenteuer. Ich erzähle von der Queen, meinem Hut und den Passanten in Paris, alle lauschen gebannt, das macht mich dann doch sehr verlegen.  Dann erzählen die anderen Teppichflieger von fernen Länder, Tieren, Gewürzen, Geliebten, die sie zurück gelassen haben.  Es ist wirklich alles sehr ergreifen und die Zeit rennt nur so, während wir plaudern. Mir werden auch nützliche Tricks beigebracht, zum Beispiel, wie man während des Fluges ein Brot toastet, ohne dass es einem den Teppich versaut. Während wir so reden, habe ich gar nicht gemerkt, dass wir in der Wüste angekommen sind. Es ist sehr heiß und sehr trocken und zum Glück habe ich eine große Flasche Wasser mitgenommen, die ich austrinke. Aber lange bleibe ich nicht in der Wüste, diese Landschaft gefällt mir gar nicht. Auch wenn das heißt, dass ich mich von meinen neuen Freunden verabschieden muss. Ich fliege lieber weiter Richtung Indien, wo ich eine Herde Elefanten treffe. Auch sie haben gelernt zu fliegen; mit ihren Ohren. Also können wir ein Stück zusammen reisen. Es stimmt übrigens, was man sich über Elefanten erzählt. Sie haben ein legendäres Gedächtnis und kennen viele Rätsel, Geschichte und Witze. Was für eine Gesellschaft!
Eine Pointe jagt die andere und auf Tränen der Rührung folgt ein heiterer Abschluss einer Geschichte. Auch ein passendes Gedicht über Paris haben mir die Elefanten beigebracht. Ach hätte ich es doch nur vorher gekannt! Zum Dank singe ich ihnen mein Lied vor, das ich auch in Paris gesungen habe, in dem Wissen, dass die Elefanten es wohl nie wieder vergessen werden. Schließlich wird die Herde vom Hunger nach Hause getrieben und ich bleibe alleine übrig mit meinen neuen Geschichten, Witzen, Rätseln. Wer reist, ist manchmal einsam, hat aber immer so viel zu erzählen, wenn er neue Bekanntschaften macht, dass er überall schnell neue Freunde trifft. Das gefällt mir. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, um wieder aufzubrechen. Dieses Mal möchte ich nach China. Ich fliege hoch in die Atmosphäre und hole mir mit einem Eimer etwas Farbe vom Regenbogen. Jeder Künstler hätte gestaunt bei dieser Auswahl an Farben. Dann fliege ich heimlich zur großen Mauer und bemale sie.  Mit empörten Engländern, flanierenden Franzosen, fliegenden Arabern und geselligen Elefanten. Es ist toll geworden! Trotzdem sind die Chinesen empört. Banausen! I
ch fliege schnell weiter nach Japan. Erst einmal wohne ich einer richtigen Teezeremonie bei, sehr interessant ist das alles. Auch ein echter Samurai ist anwesend. Ich stelle ihm ein Rätsel der Elefanten, er kann es nicht lösen, also muss er mir den Schwertkampf beibringen. Der Samurai ist ein strenger Lehrer, aber auch ein sehr freundlicher. Schnell weg, bevor ich mich noch verliebe und hier bleiben muss!
 Dafür hat mein Samurai leider gar kein Verständnis, aber ich bin nun mal eine Reisende und Reisende reisen.
Wo will ich denn als nächstes hin? Vielleicht nach Australien zum Surfen? Geht nicht vom Teppich aus? Schade. Na, dann tauche ich eben. Ich lande in einem Riff voller Korallen und Fische, die mir zeigen, wie der Sonnenuntergang unter Wasser aussieht. Kein Wunder, dass sie nie auftauchen wollen! Als die Sonne schließlich untergegangen ist,  singen die Korallen etwas, das ein Bisschen wie eine Hymne klingt. Diese Gelegenheit nutze ich, um zu verschwinden. Ich bin schon sehr müde und zu Hause ist es schon spät. Oh, man scheint mich doch vermisst zu haben!
Wo ich gewesen bin, wollen sie wissen. Also erzähle ich von England, Frankreich, den Geschichten der anderen Teppichfliegern, den lustigen Elefanten und den singenden Korallen. Nur von meinem Samurai kann ich nicht erzählen. Meine Geschichte macht die anderen sehr böse, sie sagen mir, ich sollte nicht immer ausbrechen, alle Schwestern hätten mich schon gesucht.
 Dann erklären sie mir, dass ich anfangen sollte in der Realität zu leben und geben mir Drogen, damit ich dorthin zurückfinde.
Ich hoffe der Leser bemerkt dieses Paradoxon. Na gut, ich verstehe, Sie sind verstimmt, aber hätte ich von Anfang an erzählt, in welcher Anstalt ich lebe, hätten Sie mir nie zugehört. Dann hätten Sie den Kopf geschüttelt und auf die Gesellschaft geschimpft. Sie hätten nie die Elefanten getroffen und sich nie in den Samurai verliebt und auch nie den Sonnenuntergang unter Wasser erlebt.  Sie hätten nämlich gesagt, ich wäre verrückt, weil ein Doktor das auch sagt. Nun sage aber ich, Sie sind verrückt.  Ich weiß aber nicht, was Sie verrückt macht, die Tatsache, dass Sie mit Elefanten gesprochen haben? Oder die Tatsache, dass Sie jetzt leugnen, dass Sie es getan haben? Vielleicht aber auch, Ihre Überzeugung, dass es keine fliegende Teppiche gibt, nachdem Sie einen ganzen Nachmittag auf einem geflogen sind?
Aber im Moment kann ich nicht scharf denken, die Drogen. Sie müssen wohl selbst den Grund Ihrer Verrücktheit herausfinden. Bitte verwahren Sie doch solange Teppich und Hut für mich, bis ich mich für ein weiteres Abenteuer hinausschleichen kann. Gute Nacht.

11.11.2010

me and reality

Ich stehe ja schon seit Jahren im Ruf, sehr realitätsfern zu sein. Das begründet sich darin, dass ich z.B. keinen wirklichen Weihnachtswunsch habe, außer vielleicht einen fliegenden Teppich, dass ich mich wundere, oder dass es im Fehrnsehen so viel über Verbraucherschutz gibt und so wenig über fliegende Fische Aber ich persönlich finde gar nicht, dass ich so realitätsfern bin, eigentlich im Gegenteil. Ich habe doch nur 80 Jahre auf diesem Planeten, um herauszufinden, was das Leben ist und was es mir bietet. Deswegen interessiere ich mich so viel mehr für Bäume und Wolken als für den Milchpreis. Was geht mich denn der Preis einer Profikarte an, wenn in Afrika Kinder sterben? Was ist denn überhaupt Realität, außer ein Begriff den man Träumern so gerne entgegenschleudert? Ist es nicht eine Art Synonym für die Wahrheit? Woher soll ich denn wissen, dass ich die Wahrheit gefunden habe, wenn ich sie nie suche? Kann ich sie jemals finden? Schon möglich, aber selbst dann würde ich mir auch nicht sicher sein, dass ich sie gefunden habe. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb gebe ich meine epische Suche doch nicht auf. Wenn ich nie über meinen Gartenzaun hinauskomme, wie soll ich dann wissen, wie ein Wald aussieht? Im Grunde genommen, will ich nur die Wahrheit finde und suche die Realität. Ob ich ihr fern bin? Aber sicher!  Aber solche, die meinen sie haben die Wahrheit schon gefunden, können ihr kaum fernen sein. Die Mauern einer Welt, die aus Engstirnigkeit, Steuererklärungen und Katy Perry bestehen, kann man nicht mit einem Preßlufthammer einreißen, aber dafür mit Seifenblasen. Also behalte ich meinen Kopf in den Wolken, ist eh besser als ihn in den Dreck zu stecken, und bleibe realitätsfern.
Gute Nacht
Euer Wolkenkind

08.11.2010

Eines Tages

Eines Tages werde ich meine Tasche nehmen. Ich werde die Straße runter gehen, immer weiter runter, ohne mit jemandem zu reden. Dann erreiche ich den Hafen. Nicht den Hafen wie er jetzt ist, grau, voller Container und Hektik, voller Wirtschaft und Arbeit. Ich erreiche den Hafen, wie er in meiner Fantasie ist. Ein Hafen voller großer, pompöser Schiffe aus Holz, mit riesigen Segeln, Schiffe, die nett lackiert sind und mehr wie ein König aussehen als der König, der sie besitzt.Besetzt ist das Schiff mit einem Haufen Matrosen, die nur beim Ablegen sauber und heldenhaft aussehen. Bei der Heimkehr sind sie ausgemergelt und haben Skorbut, wirken aber verwegen und glücklich, denn sie habe Salz im Blut. Am Hafen stehen ein Haufen feiner Leute in Pastellkostümen, die mit Taschentüchern winken und eine Kapelle spielt langweilige Hymnen. Die Sonne scheint kräftig, als hätte sie es nötig und das Meer ist sanft und duftet. Jetzt nehme ich das erste Schiff und heuere an. Eigentlich ist es egal wohin, denn beim Reisen geht es nie um das Ziel. Ich bin jahrelang unterwegs. Ich lerne alle Völker kennen, treffe Zwerge und Giganten, lerne wie man segelt, Knoten macht und verliebe mich in die See. Die Königin, die Kaiserin. In ein paar Jahren komme ich wieder zurück in meine kleine Stadt mit ihren kleinen Zäunen und kleinen Pfützen, erzähle den Kindern von meinen Abenteuern und sterbe irgendwann mit dem sehnsüchtigen Blick in den Augen, den ich seit meiner Reise trug, wie andere ihren Schmuck. Meine Asche wird dann ins Meer gestreut, denn auch ich habe dann Salz im Blut. Die Wellen und der Wind tragen mich dann nach Hause. Den sehnsüchtigen Blick habe ich abgelegt. Doch bis dahin bleibe ich hier bei meinen Lieben und träume von einem Leben, in dem ich mehr Mut habe.

06.11.2010

The Fountainhead

Dies ist der Titel eines ziemlich genialen Buches, das ich vor ein paar Monaten gelesen habe. Es geht um einen Architekten, Howard Roark, der trotz vielen Gegenspielern und Druck von der Allgemeinheit seinen Weg geht. Okay, das ist jetzt ziemlich allgemein, aber spoilern ist mal echt doof. (Zur Not findet man auf Wikipedia eine Inhaltsangabe.)Roark ist ein Synonym für den Einzelgänger, der Mensch der nur sich und sein Werk im Sinn hat. Ständig versucht der "Mob", der sich vor allem in einen seiner Gegenspieler manifestiert, ihn zu ruinieren. Das Buch basiert auf der philosophischen Theorie der amerikanischen Autorin Ayn Rand. Das macht das Buch allerdings nicht staubtrocken. Im Gegenteil, es hält sich die Wage zwischen einer sehr spannender Story und einer Theorie, die einen nachdenken lässt. Ich persönlich habe mehrere Nächte kaum geschlafen, weil dieses Buch mich so intensiv zum Nachdenken angeregt hat. Es wurde übrigens auch verfilmt. Den Film habe ich nicht gelesen, aber hier ist eine Szene, die so ziemlich die philosophische Theorie von Ayn Rand zusammenfasst:

http://www.youtube.com/watch?v=Zc7oZ9yWqO4

Man muss ihr nicht in jedem Punkt zustimmen, aber darüber nachzudenken ist auf jeden Fall keine Zeitverschwendung. Dieses Buch kann man leider nicht auf deutsch erhalten, jedenfalls habe ich es noch nicht gefunden und in gewissen Buchhandlungen *hust* Thalia *hust* haben die "Fachkräfte" auch noch nie etwas davon gehört, was irgendwie sehr merkwürdig ist, da dieses Buch einfach mal richtig berühmt ist. Auf jeden Fall in den Staaten. Allerdings kann ich nur jedem empfehlen sich dieses Buch auf englisch durchzulesen. Die Sprache ist nicht kompliziert und es ist es auf jeden Fall wert.

Viel Spaß beim Lesen wünscht
Euer Wolkenkind

30.10.2010

Die wunderbare Entdeckung der Freiheit

Mir war gestern abend langweilig und das ist das Ergebnis:

Der Betonbau. Siebter Stock. Den Gang runter, rechts an der Plastikpalme vorbei in einer kleinen Bürozelle saß eine arme, einsame Seele. Warum diese Seele so einsam war? Nun, das wusste sie selber nicht so genau. Alles was sie noch wusste, war, dass sie einsam war, oder eher müde. Müde von dem eintönigem Bürojob im Betonbau, siebter Stock, den Gang runter, rechts an der Plastikpalme vorbei in der kleinen Bürozelle, müde vom Aldi-Brot für 0,53€, müde von der bekloppten Morningshow im Radio, die nun mindestens zum dritten Mal mit einer Euphorie, die Ihresgleichen sucht, die „Black Eyed Peas“ spielt, müde vom Bausparvertrag ,müde von der lauwarmen Beziehung zu einem lauwarmen Ehemann. Müde vom Leben.
Wie war es nur so weit gekommen? War die kleine Seele nicht voller Hoffnungen und Träume, von fernen Ländern, der sozialistischen Revolution und der großen Liebe?
Wann sind diese Träume dem Geburtstag der Schwägerin, den Sonderangeboten bei Tschibo und der nächsten Folge DSDS gewichen? Mühselige Fragen, die immer dann aufkamen, wenn die Arbeit zu eintönig wurde, um alles andere zu verdrängen.
Im Grunde genommen hatte die Seele im Laufe der Jahre, wie so viele andere auch, dem Mahlstrom des Alltags kleinbeigegeben, sich der Herde angepasst und ist schließlich ermattet. Sie nahm noch einen Schuck gekochte Pisse, die wohl so etwas wie Kaffee darstellen sollte. Nein, garantiert kein Kaffee, eher Pisse. Die Seele merkte auf einmal, wie sie diese Stadt hasste. Mit all ihren Straßen, U-Bahnen, die immer nach Bier stanken und Betonbauten. Den Alltag in dieser Stadt, der Wecker klingelt, aufgestanden, angezogen, schnell am Bahnhof ein Brötchen und eine Zeitung gekauft, in den Betonbau, in den siebten Stock, den Gang runter, rechts an der Plastikpalme vorbei in die kleine Bürozelle gesetzt und da den Tag mit uninteressanten Leuten verbracht. Am Abend schnell einkaufen gegangen, kochen, putzen, RTL. Aber dieser Tag war nicht wie jeder andere Tag, an dem die kleine Seele in ein Haus zurückkehren würde, das hoffentlich bald abbezahlt ist, zu ihrem spießigem Ehemann, der einst auch die Welt verändern wollte, heute allerdings nur noch die Spielergebnisse von Schalke. Nein heute war irgendetwas anders. Was es war? Wer weiß? Vielleicht, der Kaffee, der keiner ist, die Black Eyed Peas, die U-Bahnfahrt oder alles zusammen. Heute beschloss die Seele etwas zu unternehmen, egal was. Die Seele ging also zum Hauptbahnhof, denn so viele große Veränderungen fangen am Hauptbahnhof an und nahm sich spontan ein Ticket für den ersten Zug, den sie kriegen konnte, egal wohin. Das Zugfahren war so aufregend wie es keine durchzechte Kneipentour geschafft hätte. Die Landschaft, die vorbeizog, veränderte sich stetig. Es waren Felder zu sehen und Bäume und weite Wiesen. Ein Farbenspiel aus grün, blau, rot und gelb zog an ihr vorbei. Die Welt zeigte sich wie immer in ihrer ganzen Pracht und es war ihr ziemlich egal, wer sie anschaute und wer sie würdigte. Denn die Welt ist frei, die Welt will nicht beeindrucken. Wie lange die Seele in der Bahn saß und der Landschaft zuguckte, weiß niemand mehr so genau. Es war eine Ewigkeit, die in ein paar Sekunden gepresst wurde. Aber schließlich wusste die Seele, wo es sie hinzog. Zum Meer. Jetzt im Herbst war es am schönsten. Das dachte sie auf jeden Fall als sie aus dem Zug stieg und durch einen kleinen Touristenort flanierte, der jetzt wegen dem schlechten Wetter, das sich zusammenbraute, wie leergefegt war. Umso besser. Wer wollte schon am Strand sein, wenn er voll war mit Menschen, die viel Lärm machten und alles blockierten? Die Seele erreichte eine Promenade und stieg hinunter zum Strand. Es war windig. Die Luft pustete mit einer ungeheuren, wilden Kraft um sie. Sie wirbelte alles auf, Sand, Wellen, Gedanken. Ein wahrer König ohne Land war er, der Wind. Aber auch die Wellen waren mächtig und präsentierten in riesigen Wogen ihre Kraft. Gespeist wurden sie vom Regen, der wie ein Hammer auf alles herunter prasste und kein Mitleid und Erbarmen kannte. Alles um die Seele herum war wild und frei. Sie war wild und frei. Und auf einmal musste sie lachen. Denn was brauchte ein Mensch aus einem Betonbau, siebter Stock, den Gang runter, rechts an der Plastikpalme vorbei in einer kleinen Bürozelle schon mehr zum glücklich sein als die Freiheit?

Hope you like it
Wolkenkind

28.10.2010

Trust me, I am the Doctor.

Hallo meine Lieben,
ein neuer Tag, ein neuer Post. Diesmal geht es wieder um Musik. Genauer gesagt um den Soundtrack zu der englischen Sci Fi Serie Doctor Who. Ich weiß, Sci-Fi ist nicht jedermanns Sache, meine eigentlich auch nicht, aber Doctor Who ist eine ganz große Ausnahme. Eine sehr schöne Serie und sehr populär in England.
Aber eigentlich will ich nur über den herrausragenden Soundtrack reden. Er stammt aus der Feder von Murray Gold. Hier ist schon mal ein Beispel seiner Musik:

http://www.youtube.com/watch?v=iUMEzUMcu64

Dieser Song ist einerseits fast minimalistisch, andererseits hat er diskrete, aber sehr interessante Veränderungen. Zum Beispiel wechselt der Song ganz plötzlich von einem 8/8 in einen 7/8 Takt, das heißt, dass der gesamte Takt des Liedes sich auf einmal ändert, ohne dass man es sofort mitbekommen würde, obwohl man irgendwo eine Spannungsänderung mitbekommt, die man ohne eine nähere Analyse vielleicht nicht zuordnen kann. Ein weiteres nettes Beispiel ist dieses Lied:

http://www.youtube.com/watch?v=ACz-gFib8zo

Es ist eher ruhiger und nicht so pompös wie der erste Song, was die Vielfalt des Soundtracks unterstreicht. Ich kann ihn auf jeden Fall jedem empfehlen, auch ohne die Sendung zu kennen, obwohl die natürlich auch gut ist.^^

So, seid artig, esst euer Gemüse und helft älteren Menschen über die Straße
Euer Wolkenkind

26.10.2010

Go Vegan

Hallo meine Lieben,
so ein Internetblog ist ja eine super Sache, um auf wichtige Punkte aufmerksam zu machen. Ich habe gerade einen tollen Kurzfilm der Peta über vegane Ernährung gesehen, den ich sehr informativ finde. Hier ist der Link zu dem Film: http://www.provegan.info/veganvideo.html

Ich selbst bin keine Veganerin, weil ich es einfach unglaublich anstregend finde, auf alle tierische Produkte zu verzichten. Jeden Fall bis jetzt. Vegetarierin bin ich allerding seit einem Jahr und ich muss sagen, dass diese Einstellung wirklich nicht schwer umzusetzen ist. Man kann sich tatsächlich gut und befriedigend vegetarisch ernähren, ohne dass man etwas vermissen würde. Eigentlich erweitert man seinen Speiseplan sogar, da man sich öfters Alternativen ausdenken muss, anstatt immer nur Fleisch zu essen.  Allerdings will ich in ein paar Tagen die Aktion starten, dass ich eine Woche mich vegan ernähre. Natürlich werde ich darüber bloggen.
Hier ist übrigens ein Bild, wie es aussieht, wenn Tiere in Massentierhaltung gehalten werden:

Ansonsten kann ich es nur jedem ans Herz legen, sich auch erst mal auszuprobieren. Man tut wirklich unglaublich viel Gutes für die Umwelt. Eine Idee wäre es, so eine Lebensweise erst einmal für eine Woche oder einen Monat anzutesten.
Dann sehen die Hühner vielleicht irgendwann wieder so aus:

Viel Spaß beim ausprobieren.
Euer Wolkenkind

25.10.2010

Edith Piaf.

Hallo meine Lieben,
dies ist mein erster Eintrag in meinem neuen Blog und irgendwie habe ich das Bedürfnis über etwas sehr Bedeutsames zu schreiben. Natürlich fällt mir dazu als aller erstes Musik ein. Seit ein paar Wochen höre ich nämlich nur noch Edith Piaf in einer Dauerschleife. Sie ist eine französische Chansonsängerin mit einer rauen, fast dreckigen Stimme, die einfach nur göttlich ist. Edith macht die Art von Musik, die einem sofort ins Herz geht. Sie singt zwar auf französisch und ich verstehe sie nur bedingt, aber wenn sie singt, hat man sofort das Gefühl, diese Frau kenne einen schon das ganze Leben. Besonders zu empfehlen sind die Songs: "Padam Padam" "non je ne regrette rien" und...eigentlich kann man alle empfehlen. Vor kurzem habe ich das Album mal wieder auf dem Nachhauseweg gehört. Es war nachts, schon dunkel, ich bin durch den Park gegangen und habe halt ihre Musik gehört und war einfach nur glücklich. Manchmal braucht man halt eben zum Glück nur die Erde unter mir, die Sterne über mir und die Musik in mir. Leider sind solche Momente viel zu selten. Solche, in denen man einfach ist und nicht versucht, irgendwas zu machen oder zu werden. Das ist glaube ich das Schöne an der Musik, dass sie uns so sein lässt, wie man ist, ohne dass man sich dafür schämen muss. Der Mensch kann nackt aufrecht im Sonnenlicht stehen. Kunst ist das größte Geschenk an uns selber und durch eben genannten Vorteil, die großartigste Erfindung der Menschheit. Aber naja, eigentlich wollte ich über Edith schreiben. Über sie gibt es nämlich auch einen Film "La vie en rose". Auch der ist sehr zu empfehlen, denn er beschreibt Ediths Leben auf eine sehr schöne Art und Weise. Wie jede Künstlerin, die ich verehre, hatte sie nämlich nichts ausgelassen. Also: Drogen, Sex, eine Kindheit erst im Bordell, dann auf der Straße und doch, oder vielleicht genau deswegen, ist sie diese großartige, kreative Frau geworden, die diese wunderschönen Lieder gesungen hat. Guckt ihn euch doch einfach selbst an, er ist wirklich überhaupt nicht langweilig und sehr gut gespielt. So, jetzt denke ich, habe ich genug in der Werbetrommel gerührt und hoffe, dass einige diesen Blog lesen und dass er vielleicht ein paar dazu inspiriert, Edith Piaf einfach mal auf youtube einzugeben. Es lohnt sich wirklich.
Gute Nacht und träumt schon meine Lieben