Eine Wolke besteht aus folgenden Substanzen: Farbe, Musik, Geruch, Schlaf und Wasser. Manchmal regnet es etwas anderes als Wasser, was aber nur wenige Menschen bemerken. (Yoko Ono)

28.12.2010

Hmmm

Es ist ja immer sehr interessant, wie man auf seine Außenwelt wirkt Naja, meistens eher deprimierend, nicht weil alle sooooo fies sind, sondern, da man meistens dann doch nicht hört, was man hören will. Naja, jetzt zu meiner mehr oder weniger intressanten Anekdote. Ich war also mit einer Freundin in einer Buchhandlung, wo sie ein schreklich kitschig, melodramatisches Buch in der Hand hielt. So charmant, wie ich doch immer bin, hab ich ihr das auch sofort gesagt. Der Kommentar: "Ach ja, du hast ja eh was gegen Depressive..." Was sie nicht wirklich ernst gemeint hat,  bei mir aber eine Cartoon-like "WHAT?!"-Reaktion ausgelöst hat. Zuallererst möchte ich natürlich sagen, dass ich nichts gegen depressive Menschen habe. Das ist eine schlimme Krankheit und ich wünsche sie niemandem. Allerdings kann man in der letzten Zeit einen merkwürdigen Trend beobachten, in dem das übertriebende Leiden ästhetisiert wird. Na gut, vielleicht ist das nicht wirklich neu, aber es ist mir noch nicht so lange aufgefallen. Na klar, Leid ist wichtig darzustellen in der Kunst. Ist ja schließlich auch ein großer Teil der menschlichen Psyche und dank Stephanie Meyer wissen wir auch, wie ein "Kunstwerk", das versucht jeglicher Art von Konflikt aus dem Weg zu gehen, aussieht. Aber diese Glorifizierung. Man muss sich nur solche Vampir-Verschnitt-Poster angucken, die man in jeder Merchandisingabteilung findet,oder einen Songtext von Simple Plan anhören, die sich so in ihrem Leid suhlen, dass einem schlecht wird. Es gibt auch wirklich gute Musik, die "menschliche Abgründe" (Hach, der gute, alte Pathos) darstellt. Mein persönlicher Tipp "Hurt" von Nine Inch Nails oder Johnny Cash oder so ziemlich alles von Radiohead. Doch ich glaube, Leid kann so eine Sache sein, in die man sich total reinsteigert kann, bis alle einen hassen und die Welt eh scheiße ist und man sich eigentlich gar nicht weiter anstrengen muss. Das ist schade. Es ist natürlich immer ein Kraftakt wieder aufzustehen, aber wieviel erlebt man schon, wenn man auf dem Boden liegt und ober war die Luft war oben eh immer besser. Natürlich muss man, wie Eingangs schon erwähnt, immer einen Unterschied zu Leuten machen, die tatsächlich krank sind und z.B. wahnsinnige Angst haben, ihre Waschmaschiene anzustellen. Nun ja, dies war man wieder einer von vielen halbgaren Gedanken, die ich so gerne meinen Mitmenschen aufdrücke. Ich hoffe, man sieht mir nach.
Das Wolkenkind.

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