Eine Wolke besteht aus folgenden Substanzen: Farbe, Musik, Geruch, Schlaf und Wasser. Manchmal regnet es etwas anderes als Wasser, was aber nur wenige Menschen bemerken. (Yoko Ono)

23.11.2010

Freiheit, olé!

Ja meine Lieben,
mal wieder ein Post von mir. Kennt ihr das, wenn ihr über irgendein Thema diskutiert und irgendwie fallen einem während der Diskussion nur doofe Argumente ein. Ein paar Stunden später fällt einem dann auf, dass es um dein Lieblingsthema geht, von dem du ein gründliches Konzept erarbeitet hast und super Monster-Totschlag-Argumente hast. Ja, ja, sowas macht einen fertig. Und das ist auch der Grund, warum ich meine Leserschaft jetzt mit meiner Theorie über die Freiheit des Menschen belästige/erleuchte/what ever. Also, um zu meiner heutigen Situation zurückzukehren: Wir haben über die menschliche Psyche geredet und es wurde allgemein von einem deterministischem Menschenbild geredet. Also, kurz und fast schon kriminell verkürzt: Wir sind das Ergebnis unserer Gene und Einflüsse von Außerhalb. Gut, klingt irgendwie logisch, steht nur im Gegenzug zu was ich glaube. Natürlich hat unser Umfeld, unsere Gene, unsere Erziehung und vieles mehr einen großen Einfluss auf unser Denken, aber es existieren auch noch Logik und Fantasie. Logik ist universell. 1+1=2. Punkt. Die Vorstellung von Schönheit würde z.B. variieren zwischen einem Menschen aus Deutschland und einem aus Korea, die Vorstellung von 1+1 nicht. Denn Logik lässt nur eine einzige mögliche Antwort zu. Meine Erziehung, oder meine Freunde könnten nie meine Logik beeinflussen. Höchstens die Art und Weise, wie ich sie benutze. Doch das Hauptargument liegt auf der Kreativität. Kommt von creare= erschaffen. Und diese würde ein rein deterministisches Weltbild ausschließen. Nehmen wir das "Schwarze Quadrat" von Malewitsch. (Hier ist es:)
Okay,  ehrlich gesagt hätte ich auch gedacht, dass die ultimative Form der menschlichen Kreativität k.a. ein abgefahrenes Hieronymus Bosch Gemälde o.ä. wäre, aber nachdem man nachgedacht hat, fällt einem folgendes auf: Wie jeder Künstler und die meisten nicht Künstler wissen, existiert in der Natur nichts gerades oder symetrisches. Es gibt in der Natur kein Quadrat! Wären wir also Summe äußerlicher Einflüsse, könnten wir uns nichts Symetrisches wie ein Quadrat vorstellen, da wir ein Vorbild in der Natur bräuchten. Dies gibt es nicht. Das Quadrat entspringt allein der Menschlichen Kreativität. Wir haben es "erschaffen", wenn man an "creare" zurückdenkt. Genauso schwarz. Wie wir alle wissen ist Licht weiß und wird erst farbig, wenn es bricht. Schwarz ist also die Abwesenheit von Licht. Etwas, das wir in der Natur nicht finden, denn ein Bisschen Licht scheint immer und was uns schwarz erscheint ist oft dunkelbraun oder dunkelblau. Die Farbe schwarz wird es auf der Erde nicht geben, da sie von der Sonne bestrahlt wird. Schwarz können wir also nicht durch Naturbeobachtung kennengelernt haben, sondern, hurrah, selbst erschaffen. Das heißt: In dem Moment, in dem wir etwas autonom von der Natur erschaffen können, sind wir frei. Bleibt mir nur noch zu sagen: Danke Malewitsch für dein großartiges Bild.
Feiert schön euer Leben, Leute, denn ihr seid frei.
Euer Wolkenkind.

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